Opernradio 009

Opernball Hannover 2015 „1001 Nacht“

Staatsoper Hannover Opernball 2015

Schon zum elften Mal durfte ich den Film für das „Film-Opening“ des Opernballs der Staatsoper Hannover gestalten. Der Ablauf des s.g. Openings ist jedes Jahr gleich und bereits ein Ritual. Um Punkt 20 Uhr zählt es auf der Leinwand 9,8,7,…0 und das Niedersächsische Staatsorchester beginnt den 7-8 minütigen Film dann live zu begleiten. Es ist jedes Mal ein grossartiger Moment, wenn alles bereit ist (allein der Aufbau dauert 3-4 Tage), wenn sich die Besucher vor der Leinwand  versammeln und das Orchester mit dem Film die Ballnacht eröffnet. Perfekt auf den Filmschnitt dirigiert in diesem Jahr von Benjamin Reiners.

Der hannoversche Opernball ist ein „Motto-Ball“ und widmet sich jedes Jahr einem anderen Thema, welches mit unglaublichem Aufwand und grosser Liebe zum Detail in Szene gesetzt wird. Alle Räume der Oper werden zur Bühne für ein gigantisches Bühnenbild. Die Interpretation des Themas und die künstlerische Ausgestaltung liegt dabei sinnigerweise in den Händen einer Bühnenbildnerin. Seit 4 Jahren ist dies Anja Lüttgens.

Die diesjährige Gestaltung der „1001 Nacht“ ist ihr zweifelfrei besonders gut gelungen.

Das Highlight des hannoverschen Opernballs ist nicht der „rote Teppich“ oder Prominenz und VIPs. Es ist die grossartige Fantasiewelt, die die 4500 Gäste an zwei Abenden in die hannoversche Oper lockt. Die Besucher fühlen sich in eine Erlebnis-und Gefühlswelt versetzt und empfinden sich als ein Teil davon.

Auch der Film versucht die Besucher mit auf diese Reise zu nehmen.
Das Prinzip ist einfach erzählt. Es ist eine Reise durch die Filmgeschichte immer unter dem Aspekt des jeweiligen Themas. In kurzen Filmszenen ist es ein Wiedersehen mit Stars, Schauspielern, Idolen, „alten Freunden und Bekannten“, ein Aufflackern von Erinnerungen an Filme und das Lebensgefühl, dass sie uns damals vermittelt haben.

Im fertigen Film landen auf diese Weise Zitate aus 50-100 Filmen. Eine ziemliche Fleissarbeit für die ich 1-2 Monate benötige. Die Arbeit beginnt mit der Recherche, welche Filme für das jeweilige Thema in Frage kommen. Beispiele für den diesjährigen Film wären „Lawrence of Arabia, Tiger von Eschnapur, Sindbad und Alibaba, bezaubernde Jeannie, Münchhausen, etc….“

Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf Filme und Schauspieler, die quasi zum kollektivem Filmgedächntis gehören, denn besonders Szenen aus Klassikern können in der sekundenschnellen Abfolge (wieder)erkannt werden und Erinnerungen und Emotionen auslösen, die die Betrachter in das Gefühl des Abends transportieren.

Die einzige Vorgabe, die ich habe ist die Musik. Sie wird von der Leitung des Hauses ausgesucht und orientiert sich natürlich ebenfalls am jeweiligen Thema, und ist ein Stück für grosses Orchester. Dieses Jahr was es das Bacchanal aus der Oper „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saens.

Wenn meine Filmrecherche beendet ist und ich in geduldiger Kleinarbeit mehrere hundert Szenen aus den Filmen ausgesucht habe, beginne ich wie bei einem Puzzle die passenden Teile zur Farbe und Stimmung der Musik einzufügen. So sammeln sich dann nach und nach über der Tonspur immer mehr „Puzzleteile“. Bis der Film fertig ist, und die Timeline  komplett ausgefüllt ist können so einige Wochen vergehen.

final cut

Wer nun bis hier gelesen hat, den interessieren vielleicht auch noch meine Fotos vom diesjährigen Opernball (ganz ohne Besucher): http://www.nass.de/opernball/Opernball 2015/index.html

Und den diesjährigen Film (alle anderen auch) könnt ihr hier ansehen: http://www.nass.de/tn/video/

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